Das Tor zur Welt
Ein frohes neues Jahr euch allen! Ich war über Weihnachten in Deutschland, das musste einfach sein! Dabei habe ich die Zeit genutzt um Freunde in Hamburg zu besuchen. Hamburg ist eine meiner Lieblingsstädte weltweit. Ich fahre dort immer wieder gerne hin, nicht nur um Freunde zu besuchen, sondern um mir auch die neusten Ausstellungen anzuschauen, zum Einkaufen oder um mir ein Konzert oder Musical anzugucken. Hamburg ist einfach so vielfältig, dass zu jeder Jahreszeit immer was los ist. Im Sommer ist es natürlich, wie in jeder Stadt, am schönsten, weil im Sommer die meisten Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. Das richtige Hotel in Hamburg zu finden ist im Internet ganz leicht zu finden, aber man muss bedenken, dass man rechtzeitig buchen muss. Hamburg ist eine sehr beliebte Stadt für Touristen aus aller Welt, da kommt es schon sehr häufig vor, dass manche Hotels sehr schnell ausgebucht sind. Besonders schwer ist es ein Hotel in der Innenstadt zu bekommen, oder auf St. Pauli, wo die meisten Menschen abends sehr gerne feiern gehen. Dann ist es auch klar, dass sich die meisten ein Hotel in unmittelbarer Nähe suchen, um nicht weit Laufen zu müssen. Besonders am Wochenende, wo sehr viele ihren Junggesellenabschied auf der Reeperbahn feiern, hat man so gut wie keine Chance kurzfristig ein Zimmer zu bekommen. Die großen Hotels am Hafen sind natürlich auch sehr beliebt, wegen dem schönen Ausblick auf die Schiffe, die Fähren und das Wasser. Von den Landungsbrücken aus sollte man unbedingt eine Bootstour machen. Die vielen Dampfer, Barkassen und Boote überbieten sich gegenseitig mit der Lautstärke, wenn sie ihre Angebote anpreisen. Dort fühlt man sich so richtig im Herzen Hamburg. Noch beliebter, als eine Fahrt mit dem Boot ist der Fischmarkt, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Dort bekommt man das Leben der Händler hautnah mit. Es wird auch mit allen angepriesen, was nur geht. Man sollte dort unbedingt mit großem Hunger hinkommen, um die vielen Köstlichkeiten einmal probieren zu können.
Einrichtung besorgt
Inzwischen konnte ich auch schon den einen oder anderen Einrichtungsgegenstand besorgen und meine Wohnung wird langsam richtig wohnlich. Es dauert ein wenig, aber es wird langsam. Vor ein paar Tagen ist meine neue Couch geliefert worden, schön groß zum darauf gemütlich machen und ausziehbar – damit ihr alle mich einmal besuchen kommt. Ich hoffe sehr, dass ich bald meinen ersten Besuch aus Deutschland bekomme und kümmere mich daher schon einmal darum, dass ihr es dann auch gemütlich habt. Und ein wenig tue ich das natürlich auch für mich selbst. Hier gibt es eine ganze Menge Einrichtungsgeschäfte. Die größeren Städte bieten eigentlich auch genau das, was man aus Deutschland her kennt. Kapstadt ist überhaupt ziemlich westlich geworden, so dass zahlreiche Einkaufsmalls zum Shoppen einladen, was ihr auch auf Wikipedia nachlesen könnt. Inzwischen habe ich mich hier auch ganz gut eingelebt und muss nicht mehr so oft nach dem Weg fragen. Dadurch fühle ich mich schon viel mehr zu Hause, als anfangs. Aber ich denke, dass das auch normal so ist. Was ich allerdings schon vermisse, sind meine Eltern. Sie haben mir neulich geschrieben, dass sie mit Freunden an den Ostseekreuzfahrten teilnehmen wollen,
wo ich auch sehr gern mitgefahren wäre. Das geht natürlich von hier aus schlecht und ja, es gibt hier auch jede Menge zu sehen. Aber so ab und zu möchte man seine Eltern ja auch sehen und das vermisse ich, wie gesagt. Sonst aber hält sich das alles sehr in Grenzen und ich fühle mich hier mittlerweile pudelwohl. Ich habe ein paar Freunde gefunden, die wie ich sagen muss, wesentlich dazu beitragen, dass ich mich hier jetzt sehr wohl fühle. Es ist immer sehr von den Personen abhängig, mit denen man zu tun hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich gleich heimisch fühlt, wenn man liebevoll durch Freunde aufgenommen wird und eben auch einmal um Hilfe fragen kann. Vielen Dank dafür!
Ein neues Heim
Da ich erst einmal bei Leuten untergekommen, die ich nur durch das chatten kennengelernt habe, wurde es langsam Zeit mir einen eignes kleines Heim zu suchen. Es war zwar sehr schön bei Peter und Mary und ich möchte mich auch hier ganz offiziell bei den Beiden Bedanken, dass sie mich aufgenommen haben!
Ich wohne jetzt in einer 2 Zimmer Wohnung in einem kleinen Vorort von Kapstadt. Sie hat eigentlich alles, was man von einer Wohnung in Deutschland auch kennt. Um die Einrichtung habe ich mich noch nicht kümmern können, weil ich leider noch keine Gelegenheit dazu hatte. Der ganze Papierkram musste erst mal erledigt werden. Ich musste mich überall anmelden usw. Das hieß eigentlich nur Schlange stehen und warten. Es ist unglaublich wie langsam hier alles abläuft. Man muss wirklich lernen geduldig zu sein, es bringt ja nichts, sich aufzuregen. Ich kam jeden Tag völlig fertig aus der Stadt wieder und konnte nur noch müde ins Bett fallen. Da war ich froh, dass ich wenigstens eine gemütliche Matratze da hatte.
Es geht bergauf
Die vielen Gespräche mit meinen Eltern und meinem Kumpel haben mich inzwischen wieder ganz gut aufgebaut. Ich habe vor allem meine Neugier zurück gewonnen, dieses Land genauer kennenzulernen.
Allerdings bin ich schon echt verwundert, dass es diesen Kulturschock wirklich gibt, da ich bisher nicht wirklich daran geglaubt habe. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie so etwas entsteht und was solche Gefühle doch mit einem machen können. Vor allem ist es schwer, dort allein wieder heraus zu kommen und ich bin vor allem meiner Mama und meinem Kumpel dankbar für ihre Geduld und ihre aufbauenden Worte. Ich weiß, dass ihnen dies auch nicht ganz leicht gefallen sein muss, da sie mich ebenfalls vermissen und dennoch haben sie mir Mut zugesprochen und mich aufgebaut. Das nenne ich wahre Stärke und genau aus diesem Grund werde ich jetzt aufhören zu jammern und von den schönen Seiten dieses Schrittes berichten. Dies hilft mir und auch meinen Freunden und meiner Familie in Deutschland jetzt am meisten.
Einsamkeit
Nun ist seit meiner Anreise etwa eine Woche vergangen. Die Gegend ist fantastisch und auch die Einwohner sind sehr nett und hilfsbereit. Und doch fühle ich mich irgendwie einsam. Als ob ich irgendwo ausgesetzt wurde und um Gesellschaft ringe, aber einfach keine bekomme. Ich bin mir nicht sicher, was mich genau so unzufrieden macht, denke aber, dass vor allem die Abwesenheit meiner Freunde und meiner Familie dazu beiträgt.
In Deutschland musste ich nur ein paar Meter zurücklegen, um zu meinen Eltern zu gelangen oder nur fünf Minuten mit dem Auto zu meinem besten Freund zu fahren. Natürlich habe ich hier jede Menge neuer Leute kennengelernt, die mir immer wieder anbieten, dass sie für mich da sind, wenn ich irgendetwas brauche. Aber für mich ist es im Moment eben nicht dasselbe. Daher versuche ich gerade, so oft wie möglich online zu sein, um mich mit diesen Menschen zu unterhalten und so dieser Einsamkeit ein wenig entgegenzuwirken. Ich bin mir sicher, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist und hoffe auf baldige Besserung. Wahrscheinlich ist es auch Teil eines kleinen Kulturschocks, ist ja doch alles sehr anders hier als in Deutschland und da hält man eben irgendwie an dem Gewohnten fest.
Angekommen
Ich weiß, dass ich mir eigentlich etwas Zeit lassen wollte mit dem ersten Eintrag aus meiner neuen Heimat. Aber ich brenne einfach darauf, euch an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen und irgendwie ist das bloggen für mich schon so zur Normalität geworden, dass mir etwas fehlen würde, wenn ich eine längere Pause einlegen würde. Und ich bin hier einfach so herzlich empfangen worden, so dass ich hiermit auch meine Eltern ein wenig beruhigen kann. Mir geht es wirklich prima!
Ein wenig gewundert habe ich mich allerdings schon, dass die Zivilisation hier doch weiter fortgeschritten ist, als ich geglaubt habe. Zumindest hier im Dorf ist es kein Problem, einen Internetanschluss zu finden. Allerdings muss man dazu sagen, dass dieses Dorf schon auch ein wenig auf Tourismus ausgelegt ist. Ich denke nicht, dass dies hier Normalität ist. Ich bin in der Hinsicht einerseits ein wenig froh, weil es mir diesen Schritt im Moment ziemlich erleichtert. Andererseits finde ich es aber auch schade, weil ich eben eigentlich genau diesen Unterschied zu Deutschland haben wollte. Wobei ich denke, dass ich diesen hier jederzeit auch bekommen kann, ich muss mich nur ein wenig von unserem Dorf entfernen. Und genau das will ich in den kommenden Tagen einmal tun, die Gegend erkunden.
Kurz vor der Zielgeraden
Endlich ist es soweit. In der Nacht werden mich meine Eltern nach Frankfurt fahren und dann ist der große Moment gekommen. Ich hasse eigentlich Abschiede und hätte mich viel lieber still und heimlich aus dem Haus geschlichen. Aber ich kann ja auch meine Eltern etwas nachvollziehen. Sie unterstützen mich seit ich klein war wo sie nur können. Selbst bei dieser Auswanderung standen sie immer hinter mir, auch wenn sie mich natürlich sehr vermissen werden. Also kann ich ihnen nicht verdenken, dass sie sich wenigstens von mir verabschieden wollen. Ich finde es nur so schwer, sie dann mit Tränen in den Augen sehen zu müssen, was mit Sicherheit geschehen wird. Nur werde ich da nicht Drumherum kommen.
Nun ja, die Neugier und die Vorfreude auf das neue Land werden es zu verdrängen wissen und jetzt kann ich es einfach nicht mehr erwarten. Wenn doch schon Morgen wäre…
Befreit
Jetzt wird es immer konkreter. Inzwischen ist meine Wohnung bis auf meinen Schreibtisch leer. Dieser ist ein Andenken an meine Oma, weshalb ich ihn auch behalten werde. Aber da ich ihn schlecht mitnehmen kann, habe ich meine Eltern gebeten, ihn für mich aufzubewahren. Klar möchte ich erst einmal auf unbestimmte Zeit dort unten bleiben, aber das heißt ja nicht, dass ich nie wieder nach Deutschland zurück kommen werde. Und sei es auch nur für einen Besuch.
Wer weiß, vielleicht baue ich mir in Südafrika wirklich etwas auf und komme als wohl verdienender Mann wieder? Und dann würde ich mir den Schreibtisch wieder abholen und mitnehmen, um ihm meine neue Heimat zu zeigen. Das klingt vielleicht etwas verrückt, aber ich möchte ihn auf keinen Fall aufgeben und dieser Gedanke gefällt mir einfach. Deshalb habe ich ihn hiermit hier eingetragen, damit ich mich später noch einmal daran erinnere, wenn es mir einmal nicht so gut gehen sollte.
Wieder aufgerappelt
So, ich denke, ich habe jetzt meine Gefühle wieder im Griff und werde mich nicht von diesen Zweifeln unterkriegen lassen. Vor allem aber denke ich, dass ich es bestimmt bereuen würde, wenn ich es nicht wenigstens probiere. Also gibt es gar keine Alternative als sich wieder voll und ganz in die Arbeit zu stürzen und alles weiter vorzubereiten.
Außerdem ist es Quatsch zu denken, dies wäre eine Flucht. Diesen Floh hat mir meine beste Freundin ins Ohr gesetzt, aber damit liegt sie falsch. Erstens ist es ja nicht so, als hätte ich hier nicht alles versucht und zweitens können mich dort auch Alle erreichen und mit mir klären, was sie zu klären haben. Ich bin ja nicht aus der Welt. Darüber hinaus ist es manchmal auch ganz gut, wenn man etwas Abstand gewinnen kann, denn so hat man eine ganz andere Sicht auf die Dinge und sieht auch vieles gelassener.
Kleines Tief
Tatsächlich stecke ich nun inmitten eines kleinen Tiefs, so dass ich mich täglich frage, wie ich auf diese sonderbare Idee des Auswanderns kommen konnte. Ist in Südafrika wirklich alles besser oder habe ich mir das nur die ganze Zeit eingeredet, um mir ein Ziel zu schaffen, was es gar nicht gibt? Damit meine ich das Ziel, dass es mir damit besser gehen wird und ich innerlich zur Ruhe komme.
Auf der anderen Seite denke ich, dass es sicherlich normal ist, dass einem vor einem so großen Schritt ein paar Zweifel kommen und diese ganz bestimmt gleich vergehen, sobald man dort eintrifft. Oder sollte ich mir jetzt ernsthaft Gedanken darüber machen, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe?
Nein, so etwas fange ich jetzt gar nicht mehr an. Ich bleibe dabei und fahre erst einmal hin. Und wenn es mir dann nach ein paar Wochen wirklich nicht gefällt, kann ich ja immer noch wieder zurück kommen. Das wäre dann zwar wieder doppelter Bürokratieaufwand, aber das nehme ich dann in Kauf. Außerdem glaube ich nicht wirklich, dass es mir nicht gefallen wird. So sehr, wie ich mich in der Vergangenheit darauf gefreut habe, kann es doch eigentlich nur gut werden.



